Seite 7 - TRAUMAPÄDAGOGIK

Teil 1 – Fachbeitrag
Grundlagen für den pädagogischen Alltag“
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Hinter unverständlichen und beeinträchtigenden Verhaltensmustern von Kindern,
Jugendlichen und jungen Erwachsenen können sich traumatische Erfahrungen
verbergen. Die Betroffenen brauchen daher ein umfassendes Rehabilitationskon-
zept, das auf die zutreffenden Traumafaktoren abgestimmt ist, Defizite ausgleicht
und die emotionalen Bedürfnisse abdeckt.
Durch das Wissen über die Auswirkungen von Traumatisierungen wird den
Betroffenen die Möglichkeit gegeben, die entsprechenden Verhaltensweisen zu
erkennen und alternative Handlungsmuster zu entwickeln. Für das Betreuungs-
personal werden durch das Verstehen der Hintergründe der Verhaltensmuster
neue Sichtweisen eröffnet und den Gefühlen von Hilflosigkeit und Ohnmacht
durch neue Handlungsmöglichkeiten entgegengewirkt.
Mit den Methoden der Traumapädagogik können dort, wo herkömmliche In-
terventionen fehlschlagen, neue Blickwinkel eröffnet und Entlastung im päda-
gogischen Alltag für alle Beteiligten geschaffen werden.
Dieser Fachbeitrag wendet sich daher an Führungskräfte in Sozialeinrichtun-
gen, SozialpädagogInnen, SozialarbeiterInnen und SozialbetreuerInnen sowie
an Interessierte an diesem Thema. Nicht zuletzt soll es auch PsychologInnen,
PsychiaterInnen und TherapeutInnen dienen, die an der Schnittstelle zur Pä-
dagogik arbeiten.
Der Dank für dieses Buch gilt besonders Dr. Thomas Angerer und all unseren
MitarbeiterInnen sowie den MitarbeiterInnen in kooperierenden Einrichtungen,
durch deren Mitwirkung wir über all die Jahre Erfahrungen in der pädagogi-
schen Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen sammeln durften.
Insbesondere bedanken wir uns auch bei unseren KlientInnen. Ohne sie und
ihr Durchhaltevermögen, welches uns inspirierte und erlaubte, konstruktive
Lösungen zu entwickeln und geeignete Methoden zu erarbeiten, würden wir
heute nicht über diese Erfahrungen verfügen.
Vorwort